Meine Debbie - unvergessen

DebbieDebbie lebte von 2006 bis September 2015 bei mir. Sie kam aus dem Tierschutz und hatte schon mit einem Jahr fünf Stationen/Vorbesitzer hinter sich. Als sogenannter "Wanderpokal" bezeichnet, wurde sie weitergegeben, weil niemand mit ihr zurechtkam, am Schluss riet eine Kollegin wiederum zur Abgabe. Schon viele Hunde aus dem Tierschutz hatten wir als Pflegefamilie wieder auf den richtigen Weg gebracht, doch Debbie führte uns alle an die Grenze. In den ersten Monaten ging es bei uns nur um Management. Es gab einfach zu viele Baustellen: Alleinebleiben ging nicht, Hundebegegnungen endeten blutig, Menschen wurden umgeworfen, Kinder sowieso, Futter verteidigt, sie war da schon eine hervorragende Jägerin, hyperaktiv und immer bereit, Unfug zu machen, zog an der Leine wie ein Ochse, bellte und jammerte sehr viel...

Nach wenigen Monaten war klar, daß sie bei uns bleibt. Weil es keine Alternative gab, wem sollte man diesen Hund denn geben? Was wären ihre Aussichten gewesen?

Viele Dinge konnte ich ihr beibringen und hat sie in den ersten Jahren gelernt, doch erst als ich durch die Trainerausbildung das Markersignal, das Training mit Positiver Verstärkung und motivationsgerechten Belohnungen kennenlernte, machte sie innerhalb kürzester Zeit unglaubliche Fortschritte. Ihr Jagdverhalten konnte ich so weit modizifieren, dass sie im Wald ohne Leine laufen konnte, Hundebegegnungen verliefen ohne Rempeln, und fremde Menschen wurden nicht mehr um-geliebt. Ja, sie blieb ein Hund, der auf sehr hohem Erregungslevel lebte, der leicht hochfuhr, immer bereit. Aber sie wurde beeinflußbar und je länger ich übte und das Gelernte umsetzte, umso mehr wurden wir ein richtiges Team. Im Verlauf meiner Trainerausbildung lernte sie unglaublich viel (und ich auch - von ihr und durch sie...)

Jahrelang war sie mein bester, verlässlichster Trainingspartner im Umgang mit sogenannten "schwierigen Hunden". An ihr konnte ich ablesen, wenn die Situation zu kippen drohte. Sie konnte über 80 Signale, Mantrailing war ihre Passion und ihre ruppigen, körperbetonten Liebesbeweise fehlen mir sehr. Die Steinpilze muss ich jetzt wieder alleine suchen und Eindringlinge auf unsrem Grundstück selber vertreiben. Ihre ausdrucksvollen Blicke - he, Mama, guck ma wie toll ich das mache - oder: soll ich, ich will, schnell, schnell, bitte sag, dass ich darf... werde ich nie vergessen.

Im September 2015 mussten ich sie leider einschläfern lassen, sie erkrankte plötzlich an einem sehr seltenen, schnell fortschreitendem Krebs. Ich bin ihr unendlich dankbar und sie fehlt mir täglich.

Debbie Huehner

 

 

Meine Hühner können Hunde unterscheiden und überlegen sich sehr genau, zu wem sie näher hingehen... Debbie hat über positive Verstärkung gelernt, daß sich Liegenbleiben lohnt. Anfangs natürlich durch die Leine gesichert.